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Hexenkreuz aus dem Jahre 1663 bei Kasel

Wegekreuze sind Zeugnisse der Vergangenheit. Sie erinnern an religiöses Brauchtum oder an bestimmte, meist tragische Ereignisse.

Da in der hiesigen Gegend vornehmlich Holz als Baumaterial verwandt wurde, haben sich weniger Kreuze erhalten als in Landschaften, in denen hauptsächlich Steinkreuze errichtet wurden. Trotzdem trifft man noch in jedem Ort Wegekreuze an, die meist auch liebevoll gepflegt sind.

Zwischen Schloß Grünhaus und Kasel liegt kurz vor dem Ortsanfang im Wiesenhang eine Kapelle. Gleich daneben steht unter einem alten Birnbaum das sogenannte Hexenkreuz. 1,60 m ragt es hoch und ist aus Sandstein gestaltet. Als einzige Beschriftung trägt es die Jahreszahl 1663 und die Buchstaben D.D.E., ihre Bedeutung ist unklar. Die Zierlinien an dem Kreuzbalken ähneln züngelnden Flammen, und der aus dem Stein gemeißelte Korpus ist von diesen Flammen umgeben. Die Flurbezeichnung "Auf Hexe" an dieser Stelle weist darauf hin, dass hier die Ortlichkeit zu suchen ist, an der die Hexenverbrennungen stattfanden. Der Volksmund bestätigt diese Annahme. Außerdem ist urkundlich nach- gewiesen, daß in der Zeit von 1580 bis 1630 eine größere Zahl Hexen in Kasel verbrannt wurde. Sicherlich ist dieses Kreuz als eine Art Grabstein für die unschuldig Gerichteten zu verstehen, an dem man sowohl Bitte für die Seelenruhe als auch Abbitte bei den armen Unglücklichen leisten sollte. Die nebenan stehende Muttergotteskapelle scheint in dieser Tradition errichtet worden zu sein.

Öffnungszeiten: frei zugänglich

Karte des Ruwertals

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